RoughCut
© MIZ Babelsberg / Benjamin Maltry Was sind eure Projektziele?
Mit RoughCut entwickeln wir eine neue Art von Authoring-App für Journalist:innen und Radio-Produzent:innen – ein Werkzeug, in dem Recherche, Schreiben und Tonschnitt nicht mehr als getrennte Arbeitsschritte stattfinden, sondern in einem gemeinsamen Arbeitsraum ineinandergreifen.
Der Audioschnitt entsteht dabei als direkte Konsequenz des Schreibens. Das Manuskript wird zum Schnittplatz: Aus aufgezeichnetem Material formt sich beim Schreiben unmittelbar eine hörbare Schnittfassung.
Im Förderzeitraum entsteht ein funktionsfähiger Prototyp, der in realen Produktionen pilotiert wird. RoughCut läuft vollständig lokal auf dem eigenen Rechner, sodass das Werkzeug auch bei vertraulichen Recherchen und sensiblen Quellen einsetzbar ist.
Welchen Mehrwert liefert RoughCut für den Journalismus?
Journalistische Audioproduktion verteilt sich heute über mehrere Werkzeuge: Transkription hier, Strukturarbeit dort, Schnitt woanders. An jedem Übergang reißt die Verbindung zum Recherchematerial erneut ab und Quellenkontinuität entsteht nicht von selbst, sondern muss mit erheblichem Aufwand manuell hergestellt werden. Besonders kleinere Teams und freie Produzent:innen, die einen wesentlichen Teil des öffentlich-rechtlichen Angebots tragen, arbeiten dabei oft ohne Redaktionsinfrastruktur im Rücken.
RoughCut schließt diese Lücke, indem es die getrennten Phasen in einem gemeinsamen Arbeitsraum zusammenführt. Recherche, Strukturierung, Schreiben und Tonschnitt finden dort nicht nacheinander, sondern miteinander statt. Und jede verwendete Passage bleibt mit ihrer Originalquelle verbunden.
In einer Medienlandschaft, in der die Nachvollziehbarkeit journalistischer Produktion zunehmend unter Druck steht, ist Quellenkontinuität keine editoriale Feinheit, sondern eine strukturelle Voraussetzung für glaubwürdigen Journalismus.
Wer seid ihr?
RoughCut wird von einem dreiköpfigen Team mit komplementären Kompetenzen aus Audio-Produktion, redaktioneller Praxis und Softwareentwicklung umgesetzt. Die Idee entstand aus der eigenen Produktionspraxis.
Johannes Scherzer (Antragsteller, Projektleitung, Frontend & UX) ist Tonmeister, Sound Designer und Klangszenograf mit über 15 Jahren Berufserfahrung. Als Gründer von TAUCHER und MNTN hat er bereits Produktionswerkzeuge aus der eigenen Praxis heraus konzipiert und entwickelt.
Aleesa Savtchenko (Editorial UX, Produktlogik, Qualitätssicherung) ist Kreativdirektorin und Regisseurin und bringt dramaturgische Strukturkompetenz sowie umfangreiche Erfahrung aus komplexen Audioproduktionen ein.
Daniel Rudrich (Backend-Entwicklung, Audio Engine, Systemarchitektur) ist Audio-Engineer und Softwareentwickler mit Schwerpunkt auf Audiosoftware und DSP.
Informationen zum Förderprogramm
Das Projekt wird im Rahmen der MIZ-Innovationsförderung gefördert.
Ansprechperson
Marion Franke
InnovationsförderungMarion leitet den Bereich Innovationsförderung. Sie ist Ansprechpartnerin für alle Fragen zu den Förderbedingungen, der Antragstellung und verantwortlich für die Betreuung der Projekte.