MIZ-Innovationsbrücke startet: Vier Förderteams gehen gemeinsam mit ihren Partner:innen in die Umsetzung
Zwischen Mai und Juli 2026 nehmen die ersten vier Förderprojekte der MIZ-Innovationsbrücke ihre Arbeit auf. Mit dem neuen Förderprogramm unterstützt das MIZ erstmalig Projektteams, die bereits eine MIZ-Innovationsförderung erhalten haben und ein Anschlussprojekt in Kooperation mit einer Redaktion aus Berlin-Brandenburg umsetzen. Von der finanziellen Förderung in Höhe von 10.000 Euro pro Projekt soll das Innovationsteam ebenso wie die beteiligte Redaktion profitieren.
In der ersten Runde werden diese vier Projekte gefördert:
HowTheyVote.eu Journalism Toolkit x Deutsche Welle:
Das Team des HowTheyVote.eu Journalism Toolkit entwickelt seit dem 1. Mai 2026 gemeinsam mit der Deutschen Welle sein Datenportal für Abstimmungsergebnisse des Europäischen Parlaments weiter. Geplant sind folgende Funktionen:
- Fuzzy Matching, d. h. die automatische Korrektur von Suchbegriffen
- Zugang zum Volltext von Änderungsanträgen
- Angaben zur nationalen Parteizugehörigkeit von Abgeordneten
- Mehrheits-Tracker, d. h. eine verbesserte Auffindbarkeit von Abstimmungen, die ggf. nur durch Stimmen einer bestimmten Fraktion erfolgreich waren
Das Team von DW Data wird die neuen Funktionen des HowTheyVote.eu Journalism Toolkits für aktuelle Recherchen zu europapolitischen Themen nutzen und diese möglichst in Veröffentlichungen einsetzen. Gleichzeitig begleitet das Team die Weiterentwicklung des Tools mit redaktionellem Feedback.
Cosy Futures Creator x Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ):
Ebenfalls am 1. Mai 2026 startete das Förderteam Cosy Futures Creator (CFC) sein Kooperationsprojekt mit der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ). Der CFC ermöglicht Nutzer:innen, sich ihren idealen Alltag in einer nachhaltigen Zukunft vorzustellen und empfiehlt darauf basierend personalisierte Inhalte des jeweiligen Medienhauses.
Im Projekt sollen individuelle Versionen des Engagement-Tools für die beiden wachsenden Kommunen Falkensee und Beelitz in Brandenburg entwickelt werden. Die technische Infrastruktur soll so ausgebaut werden, dass es sich skalierbar und kosteneffizient in die Webseite der MAZ einbinden lässt und eine interaktive Möglichkeit bietet, junge Zielgruppen mit Nachrichten aus ihren Kommunen zu erreichen. Ziele des Projektes sind:
- Entwicklung eines technischen Frameworks zur einfachen Anpassung von Inhalten und Design
- Schaffung einer effizienten, leistungsstarken Serverarchitektur für eine großskalige gleichzeitige Nutzung
- Integration eines DSGVO-konformen Features zur Speicherung von E-Mail-Adressen und Erstellung von Kontaktlisten
Das Team der MAZ unterstützt das Projekt mit seiner fachlichen Expertise bei der Entwicklung redaktioneller Inhalte und des Designs sowie bei konzeptionellen und technischen Arbeiten. Zudem leitet es die Tests und die Implementierung auf der eigenen Webseite für die beiden Pilotregionen.
BeatSquares x Niederschönhausen App:
Mithilfe des KI-gestützten Content-Multiplikators BeatSquares soll seit dem 1. Juni 2026 ein automatisierter WhatsApp-Channel entstehen, der aus den Inhalten der Niederschönhausen-App-Redaktion passgenaue Meldungen für den Berliner Norden generiert – im richtigen Ton und ohne Mehraufwand. Hierfür werden folgende neue Funktionen entwickelt:
- E-Mail-Eingangsschnittstelle, die es der Redaktion ermöglicht, Inhalte, Hinweise und Ergänzungen per E-Mail direkt in das BeatSquares-System einzuspeisen
- Slack-Integration, durch die eine redaktionelle Steuerung des WhatsApp-Channels (z. B. Freigabe, Priorisierung und Zeitplanung von Meldungen) erfolgen kann
In Zusammenarbeit mit der Redaktion wird das Team den WhatsApp-Channel mit automatisiert aufbereiteten Meldungen aufbauen, eine redaktionsgerechte Tonalität und Sprache entwickeln sowie die neuen Features im Live-Betrieb des Channels testen. Die Redaktion stellt die redaktionellen Inhalte bereit, unterstützt mit Feedback zu Qualität und Praxistauglichkeit der generierten Formate und veröffentlicht die Projektergebnisse.
narraltiv x Tagesspiegel:
Für narraltiv und den Tagesspiegel beginnt die Förderung am 1. Juli 2026. narraltiv unterstützt Redaktionen und Community-Manager:innen bei der automatisierten Erkennung, Einordnung und Reaktion auf toxische Kommentare in sozialen Medien. Nun soll narraltiv zu einem System für die strategische Kommentaranalyse in Echtzeit weiterentwickelt und im Redaktionsumfeld des Tagesspiegels getestet werden. Geplant sind folgende Funktionen:
- Analytics-Modul, das Kommentare entlang redaktionell relevanter Kriterien automatisiert bewertet und priorisiert
- Anpassung der bestehenden Systemarchitektur für den Einsatz beim Tagesspiegel, d. h. beispielsweise Integration in die Moderationsinfrastruktur und Anbindung an redaktionseigene Kommentardaten
- Ausbau des bestehenden RAG-Systems zu einer interaktiven Entscheidungslogik, die auf redaktionelles Feedback reagiert, Reaktionsvorschläge kontextsensitiv priorisiert und eine strategische Kommunikationsunterstützung bietet
Das Team des Tagesspiegels wird die neuen Funktionalitäten im laufenden Moderationsbetrieb testen, iteratives Feedback zur Praxistauglichkeit, Verständlichkeit und Relevanz der entwickelten Lösung bereitstellen und die Projektergebnisse veröffentlichen.
Wir wünschen allen vier Projekten viel Erfolg bei der Umsetzung!
Ansprechperson
Marion Franke
InnovationsförderungMarion leitet den Bereich Innovationsförderung. Sie ist Ansprechpartnerin für alle Fragen zu den Förderbedingungen, der Antragstellung und verantwortlich für die Betreuung der Projekte.